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Geschichte

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Evangelische Kirche in Wachenbuchen - Geschichte

Die erste Berührung mit dem Christentum haben die Bewohner des hiesigen Raumes in der Römerzeit gemacht, aus der sich Siedlungsspuren nachweisen lassen. So wurde 1903 beim Umbau der Kirche ein Viergötterstein mit den römischen Gottheiten Juno, Mercur, Hercules und Minerva gefunden, der ursprünglich eine Gigantensäule vor einem Gehöft am Wege zierte.

Die Ortschaft Buchen wird am 1. Juni 798 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch zum erstenmal erwähnt.
Spätestens im hohen Mittelalter entstand in dem 1243 als "Wagghebuche" erwähntem Dorf eine eigene Kirche, die auch von einem eigenen Pfarrer betreut wurde. Die Gemeinde gehörte zu dieser Zeit zum Erzbistum Mainz.
Nach der Gründung des Klosters Roßdorf (1235) gehörte Wachenbuchen zum dortigen Erzpriesterstuhl. Das Patronat stand den Herren von Büdingen zu, die es an die Grafen von Isenburg vererbten. Sie konnten damit bei der Besetzung der Pfarrstelle mitwirken und hatten die kirchlichen Gebäude zu unterhalten.

Diese wurden 1389 im Bundeskrieg der Städte gegen den Adel schwer beschädigt. Der Pfarrhof, der zu dieser Zeit von einem Pfarrer Gerlach bewohnt wurde, ist dabei völlig eingeäschert worden. Vermutlich war auch die Kirche dermaßen zu Schaden gekommen, dass sie neu erbaut werden musste. Das Kirchenschiff wurde 1416 fertiggestellt, der Glockenturm im Jahre 1461. Die älteste Kirchenrechnung aus dem Jahre 1542 belegt durch die entsprechenden Ausgaben für Wein, daß die Reformation zu dieser Zeit in Wachenbuchen s
chon eingeführt war.
Im Gegensatz zu Hanau und den meisten umliegenden Orten war die Reformation in Wachenbuchen nicht oberdeutsch-reformiert sondern lutherisch geprägt. Konrad Rulmann, der erste Pfarrer aus der Reformationszeit, der uns bekannt ist, schickte seinen Sohn zum Studium nach Wittenberg. Von Johannes Acker, seinem Nachfolger, berichtete ein Visitationsprotokoll von 1562, dass er nach der Augsburger Confesslon lehre, die von Luther maßgeblich beeinflusst war. Als 1595 Philipp Ludwig II. Graf von Hanau die Regierung antrat, entschied er den Streit zwischen Lutheraner und Reformierten um das Bekenntnis seines Landes zugunsten der Reformierten.

Damals galt "cuius regio, ejus religio" (wessen Land, dessen Religion). Der Landesherr entschied über die Konfession aller seiner Untertanen. Wer eine andere Konfession haben wollte, konnte bestenfalls auswandern. So bestellte Graf Ludwig Philipp II. 1596 neben anderen auch Johannes Acker von Wachenbuchen zu sich, um ihn vom Luthertum zum reformierten Glauben zu bewegen. Als dieser sich weigerte, wurde ihm die Pfarrstelle gekündigt , und er musste außer Landes gehen.
Dafür kam nun ein Jahr später Johannes Fabricius, den man zuvor in Langen abgesetzt hatte, als dort das lutherische Bekenntnis eingeführt wurde und die Reformierten außer Landes gehen mussten. Er versieht über lange Jahre in Wachenbuchen seinen Dienst. Auch wird ihm zwischen 1613 und 1615 noch ein Pfarrhaus gebaut, wenngleich auch kein allzu großes. 1616 wird ein Großteil seiner Gemeinde obdachlos. während des Gottesdienstes bricht ein Feuer aus, bei dem der halbe Ort abbrennt.

Nur mit Hilfe eines Darlehens kann Wachenbuchen wieder aufgebaut werden, aber die Gemeinde braucht bis 1699, bis sie die Schuld zurückzahlen kann. Vieles von dem, was man gerade aufgebaut hatte, fällt schon wenig später dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer, der nun begonnen hat, und in dessen Verlauf Wachenbuchen wiederholt geplündert wird.
1627 brach die Pest aus, der eine ganze Anzahl von Einwohnern zum Opfer gefallen ist. Die Kirche wurde von durchziehenden Truppen schwer beschädigt. Die Glocke samt Seilen mitgenommen. Vermutlich sind auch eine Reihe von Kirchen- und Rechnungsbücher dem Krieg zum Opfer gefallen.
Im Jahr 1637 kam Johannes Sartorius nach Wachenbuchen, der nach gerade bestandenem Examen hier seine erste Pfarrstelle antrat. 1638 begann er mit der Führung eines neuen Kirchenbuches, dem ältesten, das bis heute erhalten ist.
Der Ort wird nun langsam wiederaufgebaut. Auch die Kirche wird grundlegend erneuert, was sich allerdings wegen der fehlenden Finanzmittel bis 1728 hinzieht. Erst im Jahre 1662 hatte die Gemeinde sich soweit erholt, daß sie sich eine neue Glocke anschaffen konnte. 1672 schaffte man sich einen neuen Opferstock an, der heute noch im Eingang zur Kirche steht.

Gemäß der reformierten Tradition wurde bei dieser völlig renovierten Kirche auch auf jederlei Schmuck verzichtet. Bilder gab es keine, und auch andere Kunstgegenstände wurden nicht angeschafft . Der Altar war ein einfacher Tisch, der zwischen Pfarrer und Gemeinde stand. Die Kanzel war im Chorraum zwischen dem Ost- und dem Südfenster in der Höhe der Emporen angebracht. Die Grundgestalt des Chorraumes ist bis heute erhalten geblieben.
1728 wird der Torbogen am Aufgang zur Kirche gebaut. Einige schöne und reich verzierte Grabsteine aus dieser Zeit hat man beim Wiederaufbau der Kirche 1953 in die Außenmauern integriert. Sie geben Aufschluß über das Leben und Sterben jener, über deren Grab sie einstmals standen.
Seit 1714 amtierte Johannes Rödiger aus Hanau in Wachenbuchen. Er wird der Pfarrer mit der längsten Amtszeit. Ganze 54 Jahre ist er hier bis er 1768 im Alter von 87 Jahren stirbt.



1818 wurden die Lutheraner und die Reformierten in der Hanauer Union zu einer unierten Kirche zusammengefaßt.
Für die Lutheraner, die in Wachenbuchen wohnten, bedeutete dies, daß sie nicht mehr zum Kirchgang nach Hochstadt mußten, wo es, neben der reformierten eine kleine lutherische Kirche gab, sondern eben nun auch Glieder der Kirchengemeinde Wachenbuchen wurden.
1893 wird die Pfarrstelle Wachenbuchen durch Karl-Friedrich-Wilhelm Wittekindt besetzt. Bei seinem Amtsantritt befindet sich die Kirche in einem desolaten Zustand. Die Fundamente sind rissig geworden und die Kirchenbänke schon angefault.
In Anbetracht der gestiegenen Einwohnerzahl, entschließt man sich zu einem Neubau, bei dem die Kirche auch gleich vergrößert werden soll.
Statt 200 - 300 soll sie nun 500 Leute fassen. Lediglich der Chorraum und der Turm bleiben stehen.


Im 2. Weltkrieg am 6. Januar 1945 wird die Kirche durch eine Brandbombe getroffen und brennt völlig nieder. Von der Kirche stehen nur noch die Umfassungsmauern. So läßt Pfarrer Eckerlin der ab 1950 in Wachenbuchen ist die jüdische Synagoge, die bei dem Pogrom im November 1938 beschädigt aber nicht zerstört worden war, wieder provisorisch herrichten. Zwei Jahre dient sie der Gemeinde als Gotteshaus.
Im Herbst 1953 kann dann die wiederaufgebaute Kirche eingeweiht werden. Sie entspricht im wesentlichen der im Krieg zerstörten Kirche. Nur die Kanzel ist nun näher an das Kirchenschiff herangerückt und tiefer gesetzt worden. Insgesamt ist die Bauweise einfacher und schmuckloser.


1974 wird Wachenbuchen Stadtteil von Maintal.
1985 baut die Kirchengemeinde ein Gemeindehaus an das Pfarrhaus. Eine Toilette und ein Umkleideraum, sowie ein Heizungskeller können 1987 in der Kirche realisiert werden. Bei den dafür notwendigen Bauarbeiten stößt man auf Gräber unter dem Kirchenschiff. Bereits ein Jahr zuvor wurde das mittlere Kirchenfenster von einer Gemeindegruppe gemalt. Das linke und das rechte Chorfenster werden 1995 fertiggestellt. Eine komplette Innenrenovierung der Kirche wird 1989 durchgeführt. Dabei wird das Chorgestühl entfernt, um mehr Platz für Chöre zu gewinnen.
Mit einer Konfirmandengruppe wird 1995 mit der Ausmalung der Empore begonnen.

 
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