Krippenspiel derTheaterkids 2014 - buchen-kirche.eu

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Krippenspiel derTheaterkids 2014

Krippenspiel

FROHES FEST, HERR KRAUSE
Weihnachtsspiel für eine Gruppe Kinder und einem Erwachsenen oder Jugendlichen von Christoph Goy

 Powerpointpräsentation mit Liedern
Rollen:
 1. Kind 1 / Hirte 1 / Bote
2. Kind 2 / Engel/Wirtin 1
3. Kind 3 / Maria
4. Kind 4 / Josef
5. Kind 5 /Kaspar
6. Kind 6 / Melchior
7. Kind 7 / Baltasar
8. Kind 8 /Hirte 2/Wirt 2
9. Kind 9/ Hirte 3
Alle Kinder: Bürger/innen
10. Herr Josef Krause- Mathematiklehrer
(Es ist möglich mit mehr Kindern zu spielen und die Doppelrollen auf andere zu verteilen. Es ist ratsam diesen Kindern dann auch Teiltexte als Schüler zuzuschreiben)

Einspielungen oder per Mikrofon Live eingesprochen:
Stimme von Marie Zeller- Englischlehrerin
Stimme von Gabriel Wenzel- Deutschlehrer
Stimme Mutter

 

(Wenn man Zeit findet, kann man in wenigen Bildern die Geschichte erweitern um die Beschaffung der Schneekugel und der silbernen Glocke durch Projektion der Bilder, wie die Gruppe Schüler in einem Altersheim die Großmutter besucht und sie um die Sachen bittet.)

 Lied EG 1, 1+3

 Kind 3: Schule ist soooo langweilig.
Kind 4: Gerade in der Adventszeit macht Schule überhaupt keinen Spaß!
Kind 5: Zuhause duftet es bereits nach Weihnachtsplätzchen, weil die meisten von uns mit ihrer Mutter schon Plätzen backen.
Kind 3: Der Christian aus der Parallel- Klasse hat mir neulich gesagt, dass er noch nie Plätzchen mit seiner Mutter gebacken hat. Die kaufen immer nur welche.
Kind 5: Bäh, die schmecken doch viel besser, wenn man sie selber backt.
Kind 3: Er sagt, seine Mutter hat keine Zeit mehr dazu, seit ihr Papa im Altersheim ist.
Kind 1: Ach so. das ist aber schade. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest laufen jedenfalls in den meisten Familien auf Hochtouren.
Kind 2: (singt) In der Weihnachtsbäckerei
                          gibt es manche Leckerei
                          Zwischen Mehl und Milch
                         macht so mancher Knilch … lalalala-

                         Wartet mal. Ich hab eine Idee. (holt ihr Smartphone raus)
Kind 4: Wow. Tolles Smartphone. Kann das auch Whatsapp?
Kind 2: ich ruf mal kurz meine Mama an.
(Tuten)
Stimme Mutter: Ja Schatz, was gibt’s?
Kind 2: Mama, wir backen doch morgen Plätzchen- oder? Uns fehlen doch noch die Nusssplitter und die Vanillekipferl, die so lecker waren im letzten Jahr.
Stimme Mutter: Ja, stimmt. Wir könnten morgen welche backen, nachdem du deine Hausaufgaben gemacht hast.
Kind 2: Darf ich da den Christian mitbringen? Der hat noch nie selbst Plätzchen gebacken.
Mutter (lacht): Na, das geht ja gar nicht. Klar, bring ihn mit! Das ist kein Problem. Wir packen dann für ihn und seine Eltern ein paar Plätzchen ein.
Kind 2: Danke, Mama. Du bist die beste. Bis später. (legt auf)
Kind 3: Deine Mama ist ja cool. Und das ist ne gute Idee den Christian einzuladen.
Kind 2: Klar. Es geht doch genau darum. Wo waren wir?
Kind 6: Naja, Adventszeit und so…
Kind 5: Manchmal darf meine Mama nicht in mein Zimmer kommen. Weil ich am Weihnachtsgeschenk rumbastele. Das ist voll cool. Dann schreib ich mir meist einen Zettel: Weihnachtswerkstatt und kleb den an meine Tür. Dann weiß sie Bescheid.
Kind 8: Weihnachten ist einfach cool.

Kind 1 (zum Publikum): Jedes Jahr zu Weihnachten führt eine Klasse bei uns in der Schule ein Krippenspiel auf.
Kind 4: Alle Eltern und Verwandte kommen dann zu uns in die Schule. Die Aula ist dann meist überfüllt.
Kind 3: Aber für diesen Tag ist das egal.
Kind 6: Alle Augen sind gespannt nach vorne gerichtet.
Kind 7: Dieses Jahr war unsere Klasse dran- und gerade warten wir auf Herrn Wenzel unseren Deutschlehrer.
Kind 5: Herr Wenzel ist ein bisschen komisch.
Kind 4: Lehrer sind in der Schule grundsätzlich komisch. Warn Scherz ;)
Kind 5: Was ich meine ist… er wirkt immer so beschäftigt- obwohl er gar nichts macht.
Kind 3: Außer atmen. Atmen tut jeder.
Kind 6: Es sei denn man ist tot.
Kind 3: Logisch.
Kind 1: Jedenfalls sollten die Proben für das jährliche Krippenspiel beginnen- und wir standen alle vor der verschlossenen Tür der Aula in unserer Schule…
Kind 7: Und dann bog Herr Krause um die Ecke und kam auf uns zu.
Kind 2: Das war eine Überraschung. Unser Mathelehrer!
Kind 3: Na, ob das was wird?
Kind 8: Josef plus Maria ist gleich Jesus.
Kind 3: Bist du blöde oder was? Die Rechnung stimmt so nicht.
Kind 8: Wieso das denn?
Kind 3: Maria plus Heiliger Geist ist gleich Jesus
Kind 8: Ja genau.   (Parallel dazu wird ein Standbild Engel und Maria gezeigt)
Kind 5: Na klar. Du erinnerst dich an letztes Jahr? Der Engel trat zu Maria und sprach zu ihr:
 Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden
und wirst von einem Kindlein bald entbunden.
Den sollst du nennen „mein Jesulein" ,
denn er wird  ein Sohn des Höchsten sein.
Hab keine Angst, sei voller Mut!
Deine Geschichte wird rein und wirklich gut.
Sie wird zum Heil für die ganze Erde.
Kind 1: Ja toll…. Da kommt so ein Engel zu ihr und sagt ihr: Zack, du bist schwanger. Sieh zu wie du damit klar kommst.
Kind 3: Er sagte: Alles wird gut!
Kind 5: Alles wird gut. Aber am Anfang war Maria sicher verwirrt und ängstlich. Stell dir vor. Sie musste ihrem Freund sagen, dass das Kind nicht von ihm ist. (Standbild Josef / Maria, Josef wendet sich ab)
Kind 6: Maria war bestimmt verzweifelt. Wenn ich daran denke, wie verzweifelt schon meine Schwester war, als sie mitten in ihrer Ausbildung glaubte schwanger zu sein- und …naja- sie hatte einen Freund und das Kind wäre sicher von ihm gewesen. Trotzdem war sie ganz schön fertig in dieser Zeit.
Kind 5: Und, war sie es? Schwanger?
Kind 6: Nein! Sie meinte aber, irgendwann wird sie das nachholen.
Kind 5: Dann wirst du ja irgendwann Tante/Onkel!
Kind 6: Ist doch cool.
Kind 8: Psst… sei still. Da kommt er.
Herr Krause: Guten Tag, Kinder…
Alle: Guten Tag, Herr Krause!

Gemeindelied EG 24, 1-3

Herr Krause (schaut alle Kinder der Reihe nach an, die sich um ihn gesetzt haben): Na, dann wollen wir mal, was?
Herr Krause (zum Publikum): Ich weiß eigentlich nicht was ich hier soll. Ich habe keine Ahnung wie ich das Weihnachtsspiel hinbekommen soll. Weihnachten ist nichts für mich. Ich weiß nicht, wann ich dieses Gefühl dafür verloren habe. Irgendwo auf dem Weg zum Erwachsen werden. Mit der vielen Arbeit, den alltäglichen Sorgen. Und jetzt stehe ich da, zwischen den Kindern, die so gespannt sind auf das diesjährige Krippenspiel. Warum hab ich diese Aufgabe überhaupt angenommen. Sie kam zu mir ohne Vorankündigung. Es war ein Anruf meines Kollegen vor einer Woche.

Stimme Wenzel: Ich bin‘ s, Jo… Gabriel.
Herr Krause: Gabriel?
Stimme Wenzel: Na dein Kollege. Gabriel Wenzel
Herr Krause: Ach ja, entschuldige. Was gibt’s denn?
Stimme Wenzel: Wie war dein Tag? Wir haben uns heute Morgen im Lehrerzimmer gar nicht gesehen.
Herr Krause: Ach ja. Geht so. Es wird Zeit, dass die Schulferien anfangen.
Stimme Wenzel: Ja, du hast recht. Das Schuljahr war kurz und stressig. Ich glaube das ganze Kollegium freut sich auf Weihnachten. Was machst du dieses Jahr?
Herr Krause: Nichts Besonderes. Ich hatte zuerst überlegt einen Flug zu buchen. Einfach weg. Den ganzen Rummel hier hinter mir lassen. Am Strand liegen und sonst nichts.
Stimme Wenzel: Aber das ist doch kein richtiges Weihnachtsfest. Du musst Menschen um dich haben an Weihnachten. Menschen, die dir etwas bedeuten.
Herr Krause: Ach, weißt du. Weihnachten ist für mich nichts Besonderes.
Stimme Wenzel: Das ist schade.
Herr Krause: Wie machst du das denn, dass du dir diese Stimmung für Weihnachten bewahrst?
Stimme Wenzel: Keine Ahnung. Ich atme durch. Nehme mir Zeit für Freunde und Familie. Lass Fünfe auch mal gerade sein.
Herr Krause: Und das sagst du mir, einem Mathematik-Lehrer?
Stimme Wenzel: Ich denke, du weißt was ich meine.
Herr Krause: Vielleicht ein wenig. Weshalb rufst du an?
Stimme Wenzel: Ach ja. Das hätte ich jetzt fast vergessen. Ich wurde zwar von der Rektorin gefragt, ob ich dieses Jahr das Weihnachtsspiel übernehmen kann. Aber ich schaffe das dieses Jahr einfach nicht. Meine Mutter ist gestürzt. Sie hat sonst niemanden mehr- ich muss mich dort ein wenig kümmern. Ich kann nicht noch nachmittags in der Schule die Proben leiten.
Herr Krause: Und da denkst du an mich?
Stimme Wenzel:  Ja klar. Du schaffst das schon, Jo! Ganz sicher.
Herr Krause: Ich weiß nicht. Du bist der Deutschlehrer. Ich gebe Mathe!
Stimme Wenzel: Wer soll das sonst noch von den Kollegen machen. Überleg doch mal. Sieh es als Chance dem Weihnachtsfest mal wieder ganz andere Seiten abzugewinnen.
(Standbild; Josef und Maria, Josef ist noch abgewandt, Engel spricht mit Josef., Maria verzweifelt)
Kind 1: In diesem Moment dachte Herr Krause an seine Kindheit- und wie schön es war, damals an Weihnachten.
Kind 5: Wenn er als Kind vor der Wohnzimmertür warten musste bis drinnen das silberne Glöckchen erklang.
Kind 7: Und erst dann öffnete sich die Glasschiebetüre zum Zimmer.
Kind 6: Mit großen Augen und voller Ehrfurcht ist er dann in das dunkle Zimmer gegangen in dem nur der Baum voller Lichter funkelte.
Kind 1: Wie es plötzlich in der Wohnung nach Tannenduft roch- das fiel ihm ein.
Kind 5: Die Schallplattensammlung seiner Mutter- mit diesem alten bayrischen Krippenspiel. Daran musste er denken.
Kind 7: und an die kleine Spieluhr seiner Großmutter: Eine Glaskugel mit Schnee und innen die heilige Familie.
Kind 1: Er konnte nicht genug davon bekommen. Ständig bat er seine Großmutter die Kugel zu schütteln und die Spieluhr aufzuziehen.
Kind 8: Er konnte sich nur nicht mehr an die Melodie des Liedes  erinnern…

Herr Krause: Du hast Recht. Vielleicht sollte ich mich mal drauf einlassen. Zeit hab ich wirklich noch ein wenig- jetzt wo die Projektwoche doch ins nächste Schuljahr verschoben wurde.
Stimme Wenzel: Wunderbar. Danke! Ich danke dir, Jo.
(Standbild: Josef wendet sich langsam um. Engel nimmt Hand von Josef und legt sie in Marias Hand. Josef umarmt Maria und stellt sich zu ihr.)
Stimme Wenzel: Du machst es also?
Herr Krause: Weil es du bist. … und ich hab was gut bei dir, Gabriel.
Stimme Wenzel: Klar. Also nochmals Danke! …
Herr Krause: Wann geht’s los?
Stimme Wenzel: In genau einer Woche, 15 Uhr in der Aula.
Herr Krause: Gut… na dann…
Stimme Wenzel: Ach… was ich schon immer mal fragen wollte, Herr Kollege. Ich kenn dich nur als Jo. Woher kommt dieser Spitzname eigentlich? Ich meine. Wie heißt du richtig? Johannes? Joachim?

Herr Krause: (kurze Pause) Josef!
Alle Kinder: JOSEF!

Gemeindelied EG 24, 5-6+9
Bote: Bürger und Bürgerinnen
Der Kaiser hat befohlen, dass ihr in eure Heimatstädte reisen sollt.
Er möchte eine Erhebung machen, wie viele Untertanen er hat
und welche Steuern in den nächsten Jahren zu erwarten sind.
In den Städten in denen ihr geboren wurdet, warten die Schreiber mit ihren Listen und tragen euch ein.

Bürger 1: Na wunderbar! Eine tolle Idee.
Bürger 9: Als hätten wir sonst nichts zu tun.
Bürger 8: Wenn da nicht die Tourismusbranche dahintersteckt.
Bürger 7: Sicher brauchten die Gasthäuser und Hotels einen finanziellen Aufwind.
Bürger 5: Auf jeden Fall werden die Unterkünfte in den Städten wohl in den nächsten Monaten knapp. Wie gut, dass meine Tante noch dort wohnt, wo ich herkomme.
Josef: Maria, wir müssen also nach Bethlehem reisen.
Maria: Wir müssen nach Bethlehem? Wegen der Volkszählung? In meinem Zustand?
Josef: Ich kann es nicht ändern, Maria.  Kaiser Augustus hat diese Volkszählung befohlen.
Maria: Einer befiehlt und tausende müssen nur nicken? Ich bin schwanger, Josef. So eine Reise ist anstrengend. Auf einem Esel? Die ganzen Kilometer?
Josef: Was kann ich ändern? Nichts! So ist nun mal das Leben. Manchmal hat man keine Möglichkeit nein zu sagen.

Herr Krause: Ich hatte keine Möglichkeit NEIN zu sagen. Diese Aufgabe mit den Kindern und diesem Krippenspiel. In der Stimme meines Kollegen damals am Telefon lag so ein Zutrauen in mich. Vielleicht hat mir das schon eine Weile gefehlt. Vielleicht war ich deshalb so unzufrieden mit mir. Der Alltag, die Schule, das alles wächst einem öfter über den Kopf. Man gerät in einen Trott und in ein Gefühl der Routine. Vielleicht war es das, was mich dazu anhielt diese  Aufgabe anzunehmen. Es war etwas Neues- gut- etwas das ich noch nie probiert hatte. Das Krippenspielprojekt könnte ebenso gut Scheitern. Aber warum sollte ich mit darüber Gedanken machen ohne es zu probieren. Maria und Josef mussten auch den beschwerlichen Weg von Nazareth nach Bethlehem antreten. Warum also sollte ich zögern und den Weg nicht antreten. Und gedanklich wurde die Zeit der Proben in der Aula für mich immer mehr zum Weg zurück- zu meiner Heimat. Da wo ich einst stand und herkam. So wie der biblische Josef, der mit seiner Frau sich auf den Weg nach Bethlehem machte…

Kind 4: Herr Krause? Wie waren wir?
Herr Krause: Fantastisch. Wirklich gut! Wir sind auf einem guten Weg, Kinder!
Kind 9: Und jetzt kommt die Szene in Bethlehem.
Kind 8: Genau. Die mit den vollen Straßen. Ich hab auch eine Idee. Wie wär’s, wenn sich Josef und Maria so durchquetschen müssen und dabei ihren Text sprechen?
Herr Krause: Das ist gut. Dann stellt euch mal ganz eng zusammen. Nur die Wirte verteilen sich links und rechts. Habt ihr die Schürzen?
Kind 2: Ja, ich hab von meiner Oma eine ausgeliehen. Ich war gestern bei ihr und habe von ihr gelernt wie man Fröbelsterne bastelt. Da hab ich sie gefragt, ob Sie eine Schürze für mich hat.
Herr Krause: Das ist gut. So.. dann stellt euch mal auf. Und Maria und Josef mit dem Koffer zwischen die vielen Leute in der verstopften Straße.

Herr Krause: Meine Gedanken schweiften in Sekundenschnelle ab. Sie flogen hinaus aus der Aula der Schule zurück in die Vergangenheit. Die Adventszeit damals, als ich noch ein Kind war. Die Besuche bei meiner Großmutter, die Geschichten, die Sie uns vorlas, während wir aus Transparentpapier Sterne für die Fenster anfertigten. Ich hatte diese Dinge alle irgendwo vergessen- und nun krochen Sie hervor aus der Erinnerung. Seltsam was es braucht um sich an all das Vergangene zu erinnern. Und wie lang hatte ich meine Großmutter nicht gesehen. Sie war jetzt in einem betreuten Wohnheim für ältere Menschen. Ich sollte sie endlich mal wieder besuchen.

Kind 5: Herr Krause?
Herr Krause: Ja?
Kind 2: Was ist los mit Ihnen? Kann Sie die Schürze ihrer Oma als Wirtin verwenden?
Herr Krause: Aber ja doch. Da freut sich deine Oma sicher, wenn Sie sich das Krippenspiel anschaut.
Kind 7: Cool! Haben Sie auch eine Oma, Herr Krause?
Herr Krause: Ja. Ich habe das Glück, dass sie noch lebt. Sie ist jetzt 93!
Kind 3: Wow! Das ist alt!
Kind 9: Uralt! Ist sie noch fit?
Herr Krause: ich weiss nicht, war lange nicht bei ihr.
Kind 1: Vielleicht wird es Zeit sie mal wieder zu besuchen. Wo wohnt Sie denn?
Herr Krause: Im Hospitz.
Kind 2: Das kenn ich!
Herr Krause: So, aber jetzt legt mal los.

Maria: Josef, jetzt haben wir schon bei so vielen Wirtshäusern gefragt. Wir finden kein Zimmer. Und ich könnte jeder Zeit das Kind bekommen.
Josef: Ich frage dort noch einmal. Warte hier. Setz dich.
Josef: Guten Tag, gute Frau. Haben sie vielleicht noch ein Zimmer frei?
Wirtin 1: Nein. Wir sind voll. Können sie denn nicht lesen? (Hält ein Schild hoch: Alle Zimmer belegt)
Josef: Schauen Sie, meine Frau bekommt bald ein Kind. Es könnte sogar diese Nacht geschehen.
Wirtin 1: Was soll ich da machen? Soll ich mein eigenes Bett noch vermieten? An dahergelaufene Menschen von denen ich nicht einmal den Namen richtig aussprechen kann? Ihr seid hier Ausländer, ihr seid so anders. Da müsst ihr verstehen, dass wir etwas auf Distanz bleiben müssen. Und mein eigenes Bett brauche ich selbst. Es sind anstrengende Zeiten. Fragt doch da drüben nach. Der Berkan hat zwar auch gesagt, dass er überfüllt ist. Aber irgendwie hat der immer noch einen Platz in seiner Bude. Vielleicht stapelt er ja die schlafenden Gäste übereinander. (übertriebenes künstliches Lachen)

Josef geht an Maria vorbei, Sie schaut ihn an, er schüttelt den Kopf.
Josef: Ich versuch es dort nochmal:  Hotel „Misafirperverlik“. Der Gastwirt heißt  Berkan. Mal sehen.
Josef: Guten Abend. Ich wollte Sie fragen, ob Sie evtl. noch ein Nachtlager für meine Frau haben.
Wirt 2: Wissen sie, es ist alles voll.
Josef: Aber schauen Sie, sie erwartet ein Kind. Es könnte heute Nacht auf die Welt kommen.
Wirt 2: Ah, das ist natürlich sehr schlimm dann auf der Straße zu sein. Wir sind wirklich sehr voll.. aber Ich habe einen Stall. Ist nicht weit!
Josef: Und wir könnten dort übernachten?
Wirt 2: Ja, ist kein Problem!
Josef: Danke! Vielen Dank. Sie glauben nicht, wie erleichtert ich bin.
Wirt 2: Ach wissen sie. Viele Menschen wissen nicht, was es heißt seine Heimat zu verlassen.  Sie kennen nicht die Nöte eines Reisenden. Ich schon. Ich habe mit meiner Frau alles von unten wieder aufgebaut.  Ich bin dankbar dafür, dass ich hier Fuß fassen konnte, wie man so schön sagt. Jetzt versuchen wir einfach dem Leben das zurückzugeben. Ein bisschen Glück… Das ist nicht der Rede wert.
Josef: Für mich und meine Frau ist das sehr viel, was sie für uns tun.
Wirt 2: Warte, ich begleite Sie zum Stall. Ich habe noch irgendwo ein Licht. (holt eine Türkische Lampe) Da, da ist es ja. Nehmen Sie ihre Frau. Ich trage den Koffer. Und später bringe ich ihnen noch einen leckeren Tee.

Herr Krause: Sehr gut! Das ist sehr kreativ, dieses Krippenspiel. Wer hat das geschrieben?
Kind 5: Herr Wenzel hat das mit uns zusammen entwickelt.
Herr Krause: Diese Bezüge zu heute sind gut.
Kind 3: Ja. Das machen wir meistens so.
Herr Krause: Was heißt heißt eigentlich „Misafirperverlik“ hat das eine Bedeutung?
Kind 5: Das ist türkisch. Wir haben extra den Murat gefragt… und der hat uns dann das Wort ins Türkische übersetzt.
Herr Krause: Ja was heißt es denn?
Alle: Gastfreundlichkeit!
Herr Krause: Wisst ihr, ihr habt so gute Einfälle und spielt die alte Geschichte hier so ergreifend- da kommen mir so viele Gedanken... Die Zeit ist auch schon wieder um. Wir sehen uns dann Übermorgen wieder hier in der Aula.
Kind 9: Alles klar! Bis dann.
Alle: Bis dann!

Gemeindelied EG 542,1+2 (Stern über Bethlehem)

Kind 3: Hey, Leute. Herr Krause noch nicht da?
Kind 5: Neee, aber ich freu mich richtig auf ihn.
Kind 9: Irgendwie lernt man die Lehrer durch solche Aktionen wie das Krippenspiel anders kennen.
Kind 4: Ja, er scheint sehr nachdenklich geworden zu sein.
Kind 1: Ja, wie er an seine Oma denken musste- wegen der Schürze.
Kind 4: Aber vielleicht geht es genau darum an Weihnachten. Dass man an Dinge denkt, die man sonst vergisst.
Kind 6: Und wir dürfen das durch unser Spiel den Menschen zeigen. Das ist cool.
Kind 9: Welche Szene ist eigentlich heute dran?
Kind 2: Die Waisen aus dem Morgenland – glaub ich.
Herr Krause: Entschuldigt, dass ich zu spät bin. Ich schließ schon auf.
Herr Krause: So … dann bau ich mal das Fernrohr auf. Ihr könnt ja schon mal die Kostüme anziehen.

Herr Krause: Ein Fernrohr. Es holt uns die Sterne ganz nah vor Augen. Wenn man überlegt, welche Distanz das Licht zurücklegt, bis es hier bei uns auf der Erde antrifft. Ich hatte schon oft damit geliebäugelt ein Fernrohr zu kaufen. Für mich ist Astronomie eine Wissenschaft die mich reizt. Mit mathematischen Formeln lassen sich die Entfernungen der Sterne ziemlich genau bestimmen. Wie weit ist Weihnachten von mir entfernt. Als Kind war es etwas anderes. Aber mit dem Erwachsenwerden ist dieser Zauber um Weihnachten irgendwie verflogen.

Kaspar: Wir sind soweit, Herr Krause
Herr Krause: Wunderbar. Na, dann mal los.
Melchior: Freunde.  Ich habe eine Entdeckung gemacht, die euch staunen lassen wird.
Balthasar: Was ist es denn, Melchior. Spann uns nicht so lange auf die Folter.
Kaspar: Was ist so wichtig, dass du mich von meinen Büchern wegholst.
Melchior: Schaut durch das Rohr. Es ist eingestellt. Ihr werdet es sehen. Mit eigenen Augen.
Kaspar: Gut. Riskieren wir einen Blick. ….
Balthasar: Was siehst du?
Kaspar: Faszinierend.
Balthasar: Was ist?
Kaspar: Einfach grandios.
Balthasar: Was siehst du. Sag schon.
Melchior: Und, hab ich euch zu viel versprochen?
Kaspar: Ganz sicher nicht.
Balthasar: Ich will auch mal schauen. Kaspar. Was ist dort oben?
Kaspar: er ist wunderschön. Wie die Strahlen des Schweifes das Dunkel des Universums erhellen.
Balthasar: Also jetzt will ich auch endlich mal durch das Fernrohr sehen.
Kaspar: Soooo schöööööööööööön!
Melchior: Kaspar! Lass Balthasar mal sehen.
Kaspar: Ein Komet. So steht es in dem Buch, das ich gerade in den Händen hatte. Ein Komet wird am Himmel zu sehen sein- und ein großer Herrscher wird geboren.
Balthasar (durch das Rohr schauend): Einmalig! Das muss das Zeichen sein, auf das die Welt schon lange wartet.

Herr Krause: Ein Stern, der weit entfernt ist- hat eine Bedeutung für die Menschen im hier und jetzt.
Es ist wie mit meinen Erinnerungen…

Melchior: Lasst uns zu dem neugeborenen König gehen. Ihm die Ehre erweisen.
Kaspar: Er ist es, auf den wir die ganzen Jahre gewartet haben.
Balthasar: Er ist es, auf den wir vertrauen und der uns in eine neue Zeit führen wird.
Melchior: Aber wir wollen nicht mit leeren Händen dort im Palast erscheinen.
Kaspar: Was ist das kostbarste das wir haben- außer unserem Wissen und unseren Büchern?
Balthasar: Mit was könnten wir den Eltern und dem neuen König eine Freude bereiten?
Melchior: Wie wäre es mit Gold, Myrrhe und Weihrauch?
Kaspar: Ja – eine gute Wahl. Gold als Symbol für den Wert, den der neue König für uns hat, Myrrhe zum Salben seines Hauptes und als Zeichen dass er die Welt heilen wird und Weihrauch- der aufsteigende Duft für die Verbindung zwischen ihm und den Himmel, an dem wir den Stern sahen. 
Balthasar: Eine gute Beschreibung unserer Gaben, Kaspar. Dann folgen wir dem Stern zum Palast des neuen Königs. Machen wir uns auf  den Weg.
Melchior: Ja- Auf dem Weg sein ist gut
Kaspar: Ankommen aber auch!

Herr Krause: Das war gut! Sehr gut.
Kind 3: Herr Krause, darf ich sie mal was fragen?
Herr Krause: Aber ja doch.
Kind 3: Was hat das mit dem Stern auf sich?
Herr Krause: ich verstehe nicht.
Kind 3: Wie kann man einem Stern folgen? Ich meine- wie kann er den Weg weisen?
Kind 9: Die Seefahrer richten sich auch nach den Sternen. Daran orientieren Sie sich in der Nacht.
Kind 3: Ja, aber ist das vielleicht ein Symbol für etwas? Menschen suchen doch auch Orientierung in ihrem Leben.
Herr Krause: Hmm… es könnte beides sein. Auf jeden Fall ist es keine üble Frage die du dir stellst. Woran orientiere ich mich? Was sind die Sterne nach denen ich greife? Führen mich meine Sterne zum richtigen Ort?
Kind 2: Die drei Waisen halten sich jedenfalls an dem Stern fest. Sie folgen ihm in der Geschichte.
Herr Krause: Was ist euer Stern, an dem ihr euch orientiert?
Kind 1: Mein großer Bruder!
Kind 5: Meine Eltern!
Kind 4: Iron-Man!
Kind 7: Darüber muss ich noch etwas nachdenken. Das kann ich gar nicht so schnell beantworten…
Kind 3: Was wäre ihr Stern, an dem Sie sich festhalten würden?
Herr Krause: Ich? Oh, da muss ich auch mal überlegen. Wenn es eine Person ist, dann war meine Großmutter so eine Person.
Kind 2: War?
Herr Krause: Ich meine natürlich ist! (schaut ganz erstaunt das Kind an)

Herr Krause: zu sich. Ich rede in Vergangenheit und könnte meine Großmutter in der Gegenwart besuchen. Warum finde ich nur immer keine Zeit? Ich erinnere mich plötzlich an Dinge von Weihnachten aus der Kindheit die ich längst vergessen glaubte und erlebe in der Gegenwart ein Gefühl, das ich längst abgeschrieben habe. Vielleicht ist Gefühl auch das falsche Wort. Ich weiß nur nicht, wie ich es nennen soll…

GEMEINDELIED EG 48, 1-3

Herr Krause: „Nicht immer selbst seine Wünsche bewirten mit kärglicher Kost. Nicht immer feindlich nach allem fassen; einmal sich alles geschehen lassen und wissen: was geschieht, ist gut."
Dieser Teil eines Gedichtes von Rainer Maria Rilke ging mir durch den Kopf als ich um die Ecke zur Aula bog. Ich erwischte die Kinder, wie sie gerade die Köpfe zusammensteckten.

Herr Krause: Na, habt ihr Geheimnisse?
Kind 6: Weihnachtsgeheimnisse, Herr Krause.
Kind 1: Das ist doch nicht verboten?
Herr Krause: Natürlich nicht. Ich hatte als ich klein war auch mein Weihnachtsgeschenk für die Eltern unterm Bett versteckt. Vermutlich wusste das meine Mutter. Geheimnisse sind zu Weihnachten vollkommen ok. Aber heute geht es ja auch um Überraschungen.
Kind 7: Jaaa, die Hirtenszene. Ich liebe die Hirtenszene
Kind 8: Wie aus Angst plötzlich Freude wird.
Kind 2: Da hast du jetzt aber Herr Wenzel nachgemacht. Das hat er schon ein paarmal über die Hirtenszene gesagt.
Kind 8: Ja, genau.
Herr Krause: Also, dann wollen wir mal. Hirtenszene. Der Engel kommt von da dann reingelaufen. Ok?
Kind 2: Warum denn von da? Kann man mich nicht mit nem Seil von oben kommen lassen?
Herr Krause (schaut auch nach oben): Du kommst auf Ideen.
Kind 2: Ja, warum denn nicht?
Herr Krause: Viel zu gefährlich. Du könntest abstürzen!
Kind 5: Ich habe eine Idee wie wir andeuten könnten, dass sie als Engel schwebt.
Kind 2: Und wie?
Kind 5: Wir schieben sie mit einem Skateboard rein.
Kind 2: Ein Engel mit Skatebord- cool
Herr Krause: Das ist gar nicht mal so übel. Eine gute Idee!
Kind 5: Echt jetzt?
Herr Krause: Aber ja. Engel kann doch jeder sein. Jeder Mensch kann anderen helfen. In gewisser Weise seid ihr auch gerade Engel für mich.
Kind 9: Warum denn das?
Herr Krause: Weil ich durch euch gerade etwas lerne.
Kind 1: Sie lernen auch noch?
Herr Krause: Aber ja, das hört doch niemals auf . Und jetzt- setzt euch an das Feuer und wir spielen mal durch.

Hirte 1: Es wird kalt. Rückt enger zusammen.
Hirte 2: Die Schafe drängen sich dort auf den Hügeln auch zusammen.  Unsere Schäferhunde haben leichtes Spiel.
Hirte 3: Und dunkel ist es. Wie gut, dass wir ein loderndes Feuer haben an dem wir uns wärmen können.
Hirte 1: Ein harter Job ist das. Ständig bei den Hürden ausharren.
Hirte 2: Ja- aber ein harter Job ist besser als gar kein Job. Hören wir auf zu jammern.
Hirte 3: Ich habe neulich im Dorf Elisabeth getroffen- die hatte Schuhe an, aus dem Fell unserer Schafe gefertigt. Das hast mich mit Stolz erfüllt.
Hirte 1: Na, das ist doch was. Wir verschaffen Elisabeth warme Füße!
Hirte 3: Ja, ist dieser Dienst geringer als der Dienst eines Studierten der über Gesetzen brütet und sie für die Gesellschaft formuliert?
Hirte 2: Jeder trägt etwas dazu bei, damit es funktioniert.
Hirte 1: Was ist das dort?
Hirte 3: Wo?
Hirte 1: Na dort. Ein Licht.
Hirte 2: Elisabeth mit einer Laterne. Sie will sich für ihre warmen Füße bedanken.
Hirte 1: Nein. Es sieht aus, als gleitet das Licht vom Himmel herab mit hellem Flügelschlag.
Hirte 3: Ich bekomme es mit der Angst zu tun!

Engel wird auf einem Skateboard hereingefahren von zwei Helfern

Engel: „Fürchtet euch nicht, ihr Hirten! Denn seht- ich habe eine Botschaft für euch, die allem Volk widerfahren wird. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids. Und dies habt zum Zeichen: Ihr werdet finden, ein Baby in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Geht hin und freut euch!“

Hirte 1: Hast du noch Angst?
Hirte 3: Nein. Irgendwie nicht.
Hirte 2: Habt ihr das gehört? Wir gehen hin und beten das Kind an. Lasst uns zum Stall gehen.
Hirte 1: In einem Stall geboren –der Heiland wird in einem Stall geboren? Was heisst das für uns?
Hirte 3: Na, dass er einer von uns ist. Kein König im goldenen Gewand.
Hirte 1: Bodenständig und arm wie wir.
Hirte 2: Einer von uns. Der unsere Sorgen und Nöte kennt.
Hirte 3: Einer von uns, der uns versteht und seine Zeit nicht in überfüllten Palästen verbringt- sondern in aller Einfachheit.

Herr Krause: der seine Zeit nicht in überfüllten Palästen verbringt… In diesem Moment musste ich raus aus der Aula… ins Freie. Ich brach die Probe ab. Sagte den Kindern, dass ich gleich wieder da wäre und trat auf den Schulhof. Luft! Da klingelte mein Handy…

Herr Krause: Hallo?
Frau Zeller: Hey, Jo. Ich bin‘s.
Herr Krause: Marie. Guten Tag, Kollegin, what‘s up? How are you?
Frau Zeller: Hey… nur weil ich Englischlehrerin bin, brauchst du nicht mit mir Englisch sprechen.

Herr Krause: Alles klar. (lacht) Bist du schon zuhause? Hab dich ja lange nicht gehört oder gesehen. Auf der letzten Konferenz warst du krank.
Frau Zeller: Ich hab von Gabriel gehört, dass du das Krippenspiel leitest diese Jahr. Ich wollte mal nachfragen wie es läuft.
Herr Krause: Ganz gut, denk ich.
Frau Zeller (Lacht)
Herr Krause: Warum lachst du.
Frau Zeller: Weil es seltsam ist, dass du das angenommen hast. Du, der du immer davon gesprochen hast, dass Weihnachten für dich gestorben ist seit…
Herr Krause: Seit?
Frau Zeller: Naja… seit dieser Sache mit deiner Ex.
Herr Krause: Ja- du hast recht. Ich dachte auch, dass ich dieses Fest niemals mehr richtig erleben kann.
Frau Zeller: Aber…? Klingt da etwa ein Hoffnungsschimmer heraus, dass du Weihnachten doch wieder etwas abgewinnen kannst?
Herr Krause: Vielleicht .
Frau Zeller: Vielleicht? Das freut mich, Jo. Wirklich. Was machst du an Weihnachten? Bist du schon verplant?
Herr Krause: Nein. Erstmal das Krippenspiel – und seit heute hab ich noch geplant, meine Großmutter im Hospiz zu besuchen. Eigentlich wollte ich das schon längst erledigt haben. Aber die Zeit rast nur so.
Frau Zeller: Wem sagst du das?
Herr Krause: ich muss auch gleich wieder in die Aula. Hab gerade kurz Luft geschnappt…
Frau Zeller: Gut. Dann sehn wir uns sicher spätestens zum Krippenspiel in zwei Tagen in der Aula- oder mal im Lehrerzimmer. Überleg dir, ob wir was an Weihnachten unternehmen wollen. Ciao.
Herr Krause: Tschüss Marie. Danke dass du angerufen hast.
 (zum Publikum) Mein Herz hüpfte in meiner Brust und wollte sich nicht beruhigen. Einmal sich alles geschehen lassen und wissen: was geschieht, ist gut.


(Das Tuch wird hochgezogen)


GEMEINDELIED EG 30, 1-3

Kind 1: Die zwei Tage gingen rasch vorbei.

Kind 6: Die Aula erglänzte an der Vorstellung vom Krippenspiel.
Kind 7:  Das Licht von vielen Kerzen und einem großen Weihnachtsbaum machte aus dem sonst kargen Raum einen verzaubernden Garten.
Herr Krause:  Es roch wie damals im Wohnzimmer meiner Eltern. Ich hatte mir auf dem Weg von der Generalprobe nachhause am Vortag auch einen Baum gekauft und den alten Christbaumständer aus dem Keller geholt. Hätte man mir das vor ein paar Wochen gesagt, hätte ich diese Person ausgelacht.
Kind 2: Das Krippenspiel lief gut… alles wie geplant.
Kind 9: Bis zu dem Moment, als Maria die Christus-Puppe in den die Krippe legen sollte.
Kind 8: Plötzlich hielt das Spiel an…

Kind 1: Herr Krause. Herr Krause.
Kind 9: Kommen Sie doch bitte mal her.

Herr Krause (zum Publikum): Liebes Publikum, bitte entschuldigen Sie die Unterbrechung.
Herr Krause: Was ist denn los?

Kind 6: Da ist ein Paket.
Kind 4: Mit ihrem Namen drauf.
Kind 5: Ja. Josef Krause.
Kind 1: Machen Sie das auf, bitte.
Herr Krause: Später. Jetzt müssen wir erst das Spiel zu Ende bringen.
Kind 2: Bitte! Machen Sie es jetzt auf.

Herr Krause nimmt das Paket und setzt sich vor die Krippe. Alle Kinder umringen ihn.
Herr Krause: Da findet man plötzlich ein Paket das an einen adressiert ist mitten in der Krippe- und mitten in der Vorstellung. Das ist eine Kinderschrift.
Kind 3: Vielleicht .
Kind 5: Die Louisa kann halt gut schreiben.
Kind 6: Entschuldigung Herr Krause, aber wir sind manchmal zu kreativ. Das war unsere Idee- und wir wollten das genauso einbauen in das Spiel.
Kind 8: Genau an dieser Stelle!
Kind 1: Wir wollten Sie eben überraschen.
Herr Krause: Das ist euch auch gelungen.
Kind 4: Aufpacken!
Kind 9 Schneller!
Herr Krause: ich bin ja schon dabei. Das ist aber auch gut verpackt.
Kind 2: Wir hatten Hilfe.
Kinder: psssst!
Herr Krause packt eine silberne Glocke aus.
Herr Krause: Die kenn ich doch. Woher habt ihr die.
Kind 7: Aus dem Hospiz. Frau Zeller hat uns geholfen.
Herr Krause: Marie?
Alle: psssssssssst.
Kind 8: Jetzt noch das andere da im Paket auspacken! Aber Vorsicht.
Herr Krause packt die Spieluhr aus.
Herr Krause ist gerührt: Das ist sie.. das ist sie. Woher wisst ihr… Hab ich euch das überhaupt erzählt- dass ich diese Spieluhr als Kind bei meiner Großmutter…? Dass ich sie immer wieder gebeten habe sie aufzuziehen…?
Kind 2: Na klar… Und dass sie sich nicht mehr an die Melodie erinnern, Herr Krause.
Herr Krause: Hab ich das wirklich?
Kind 7: Ist doch auch egal, Herr Krause. Jetzt wissen sie es gleich welche Melodie die Spieluhr hat.
Herr Krause: Mit zittrigen Händen zog ich die Spieluhr auf  (macht es dabei) und in mir jubelte das Kind aus der Vergangenheit. Weihnachten! Das ist Weihnachten!
Herr Krause stellt die Spieluhr hin.
ALLE KINDER: Frohes Fest, Herr Krause!

Die Spieluhr wird im Spot angeleuchtet, Maria und Josef stehen mit dem Kind an der Krippe. Alle stellen sich auf. Die Spieluhr spielt „Stille Nacht“. Das Bild wird ein wenig gehalten. Orgelvorspiel und
Gemeindelied EG 46, 1-3 „Stille Nacht“ und die Gemeinde singt das Lied. Das Bild wird gehalten. Danach Abkündigungen und Abschlusslied EG 44, 1-3 „Oh du fröhliche“


ENDE

(Bezug der Spieluhr auf Nachfrage)


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Die Rechte zur Aufführung des Stückes oder Verwendung von Teilen davon werden erworben  durch eine Rückmeldung mit Angabe des Spielortes und der Zeit der Aufführung.

 



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