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Macht euer Herz bereit

Krippenspiel

Macht euer Herz bereit

ein Krippenspiel

von Helmut G. Müller

Version In Schweizerdeutsch von Lilo Häusler


Zum Spiel

 

Das vorliegende Stück ist 1992 entstanden und wurde 1998 überarbeitet. Für die größeren Rollen werden in der vorliegenden Fassung 22 MitspielerInnen ab 7 Jahre gebraucht. Bei nur einem Engel und drei Hirten kommt es auch mit 16 Mitspielern aus. Dazu können beliebig viele kleinere Kinder kommen, die entweder Wünsche an das Christkind haben oder als tanzende Engel mitwirken.

 

Inhalt

 

Das Krippenspiel beginnt mit der Rollenverteilung für dieses Spiel.

Fast alle Mädchen wollen Maria sein. Eine, die damit gar nicht rechnen konnte wird es dann.

Das Stück spielt in der Gegenwart, in Rom, in Nazaret, in und bei Bethlehem, in Babylon und an der Krippe.

Der Kaiser muß die Staatskasse sanieren. Das Kind will trotz schwerer Reise in Bethlehem geboren werden. Maria und Josef geraten im Gasthaus in ein Stammtischgespräch. Kinder wollen vom Christkind etwas geschenkt bekommen. Jesus wird in einem Stall mit Ratten und Gespenstern geboren. Hirten hören ihre Schafe Posaune spielen und entdecken die Engel.

In der Universität von Babylon wir ein astrologischer Vortrag gehalten und eine Supernova entdeckt. Die Weisen gehen zur Krippe und verkünden am Ende gemeinsam mit Maria und Josef die Weihnachtsbotschaft.

Gegenwart und Weihnachtsgeschichte werden dabei füreinander transparent.

 

Zur Aufführung

 

Das Spiel wurde bisher zweimal in der Kirche von Maintal-Wachenbuchen aufgeführt. Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten wurde dabei der ganze Chorraum der Kirche (5 m x 8 m)  als Spielfläche benutzt. Die Szene in Rom, sowie in Babylon spielt auf erhöhter Fläche rechts, die Hirten spielen auf erhöhter Fläche links. Die Sternwarte war auf der Empore eingerichtet. Das Gasthaus wurde in der Mitte der Spielfläche mit einem Tisch und einem Schild „Gasthaus zur Stadt Bethlehem“ angedeutet. Der Stall befand sich dahinter in  erhöhter Position. Dem Sprecher stand die Kanzel zur Verfügung.

Die Kirche blieb während des Stückes dunkel, nur die Szenen wurden entsprechen ausgeleuchtet. Die Liedtexte wurden mit einem Diaprojetor an die Wand projiziert. Ebenso Titel, Szenenüberschriften und Mitwirkende.

Die im Stück vorkommende Musik der Engel wurde von CD („Go tell it on the mountain“ in einer Jazzversion) eingespielt. Dazu tanzten die „kleinen Engel“.

 

Das Umkleiden der Kinder sollte erst nach der 1. Szene erfolgen. Nur die zwei Engel der Eingangsszene stehen schon in ihrem Gewand bereit. Bei entsprechender Rollenbesetzung und knapper Umkleidezeit können aber auch die Mitwirkenden der Szene 2 schon fertig angekleidet sein. Sie können dann jedoch in Szene 1 nicht mitwirken.

Für Kinder, die aufgrund der  Aufforderung zum Mitspielen in Szene 1 spontan nach vorne kommen, sollten ein paar „Engelsgewänder“ in Reserve liegen (evtl. großes weißes Hemd). Sie können an dem Abend noch in den Engelschor mit eingebaut werden. Dazu sollte ein Engel bereitstehen, der sie an der Hand nimmt.

 

 

 

 

Rollen

(die Aufteilung von Mädchen 1 –6 und Junge 1 ist auch anders möglich)

 

Maria, Mädchen 7

 

Josef, Junge 2

 

Balthasar

 

Kaspar

 

Melchior

 

Sprecherin u.Mädchen 2

 

Hirte 5 u. Mädchen 5

 

Hirte 3 u. Mädchen 4

 

Wirtin u. Mädchen  1

 

Wirt u. Junge 1

 

Gast 1

 

Gast 2

 

Senator 2

 

Senator 1

 

Kaiser Augustus

 

Hirte 1

 

Hirte 2

 

Hirte 4

 

Engel 1

 

Engel 2

 

Engel 3 u. Mädchen 3

 

Senator 3

 

Kind 1

 

Kind 2

 

Kind 3

 

Kind 4

 

Kind 5

 

Spielleiter

 


 

Szene 1:  Rollenverteilung

 

Die MitspielerInnen sitzen zunächst im Publikum, am besten in den vorderen Reihen.

 

Spielleiter: Für unser Krippenspiel brauchen wir zunächst Mitspieler. Wer will heute dabei sein?

(Kinder kommen nach vorne)

Spielleiter: Macht ihr mit beim Krippenspiel?

Alle: Ja!

1. Mädchen: Ich will die Maria spielen.

2. - 8. Mädchen: Nein, ich, ich.

Spielleiter: Warum streitet ihr euch? Ist denn die Maria die einzige schöne Rolle?

Alle Mädchen: Jaaaaaaa!

Spielleiter: Aber es können doch nicht alle die Maria spielen.

Alle Mädchen (leise): Nein!

Spielleiter: Ist eine unter euch, die das Gefühl hat, sie sei ihr Leben lang unglücklich, wenn sie die Maria nicht spielen darf?

Mädchen: Ich, ich, ich, ich ich.

Mädchen 1: Ich bin die Älteste

Mädchen 2: Ich bin die Größte

Mädchen 3: Ich war am häufigsten im Kindergottesdienst.

Mädchen 4: Ich spiele am Besten.

Mädchen 5: Ich spreche am lautesten.

Spielleiter: Wißt ihr eigentlich, daß Maria bescheiden war und sich nicht vorgedrängt hat?

Mädchen (beschämt): Ja.

Mädchen 7 (kommt völlig außer Atem angelaufen): Kann ich noch mitspie­len.

Junge 1: Nein, du siehst doch, wir sind schon genug.

Mädchen 7: Ich will ja auch nur eine ganz kleine Rolle.

Mädchen1: Aber erst sind wir dran.

Spielleiter (zu Mädchen 7): Warum kommst du denn erst jetzt?

Mädchen 7: Ich mußte noch auf meinen kleinen Bruder aufpassen, und meine Mama ist noch arbeiten bis heut‘ abend.

Spielleiter: Und da hast du deinen kleinen Bruder alleine zu Hause gelas­sen?

Mädchen 7: Den hab' ich mitgebracht. Er schläft gerade. Und ich hab mir gedacht, wenn er schläft, dann kann er vielleicht doch auch das Je­suskind spielen. Er schläft wirklich sehr fest.

(Mädchen kichern)

Spielleiter: Na, dann mußt du aber die Maria spielen.

Andere Mädchen leise maulend: och

(Mädchen 7 stellt sich in die Mitte)

Engel 1 (zu Mädchen 7): Sei gegrüßt du Begnadete! Der Herr ist mit dir. Fürchte dich nicht Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden.
siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.

 

Spielleiter (zu den Jungen): Wer spielt den Josef? (Keiner meldet sich, dann zu Junge 2) Spielst Du ihn?

Junge 2: Nee, wenn jemand anderes die Maria spielt, dann schon. Aber mit der da (zeigt mit dem Finger auf Maria) nicht.

Engel 2 (zu Junge2): Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau zu dir zu nehmen; Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Na­men Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

Josef (maulend): Na gut (er geht zu Maria und nimmt sie in den Arm, beide gehen ab)

 

Spielleiter: Während wir noch die restlichen Rollen besetzen singt die Gemeinde (der Chor) ein Lied

Liedvorschlag: EG 18, Seht die gute Zeit ist nah ...

Szene 2: In Rom

Im Palast des Kaisers Augustus

 

Senator 1: Die Staatskasse ist leer.

Senator 2: Die  Paläste in der Haupstadt, das Heer und dann  noch die neuen Gebiete in Germanien, da müssen wir die Provinzverwaltung neu aufbauen, Straßen müssen gebaut werden und der Osten wirft auf Jahre keinen Gewinn ab. Auf dem Balkan müssen wir einen Aufstand niederschlagen und am Euphrat müsste auch drin­gend  ein starkes Heer für Ordnung sorgen. Der römische Frieden kostet Geld, viel Geld.

Augustus: Dann machen wir halt Schulden.

Senator 1: Haben wir schon. Die Reichen liehen uns.

Augustus: Lobenswert!

Senator 2: Die Hälfte der Steuereinahmen zahlen  wir bereits als Zinsen an die Reichen.

Augustus: Was empfehlen die Senatoren?

Senator 1: Wir stellen die Zinszahlung ein.

Senator 2 (erschrocken): O nein göttlicher Kaiser, das würde die Wirtschaft ruinieren, und wir bekämen keinen Kredit mehr.

Senator 3: Wir erheben neue Steuern.

Augustus: Von wem?

Senator 1: Eine Vermögenssteuer von den Reichen, die haben viel.

Senator 2: Eine Kopfsteuer von dem Armen, von denen gibt es mehr.

 

Sprecher: Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Steuer­schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war

.

Szene 3   In Nazareth

Josef: Maria, ich muß dich verlassen. Ich werde weit weg von dir gehen.

Maria: Wegen dem Kind?

Josef: Wegen dem Kaiser! Der Kaiser braucht Geld. Ich muß nach Bethle­hem.

Maria: Wieso denn das?

Josef: Ich schätze eine Schätzung. Jedenfalls soll jeder in seine Geburts­stadt gehen, zum Erbe seiner Väter, so hat es der Bote des Kaisers gesagt.

Maria: Ich komme mit.

Josef (bestimmt): Du bleibst hier. Der Weg ist zu anstrengend für eine Frau. Das Kind wird bald geboren werden.

Maria (ergeben): Dann bleibe ich halt hier.

Maria:(schreit laut auf) Jesus, nein!

Josef: Was ist?

Maria:  Das Kind in meinem Bauch hat mich getreten. Es ist dagegen, daß ich hier bleibe. Das Kind will in Bethlehem geboren werden. Genau wie der große König David. Und genauso wird er über das Volk Is­rael herrschen und alle Völker werden ihm dienen und er wird Frie­den bringen für die Welt.

Sprecher: Als jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt, da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethle­hem.

 

Szene 4    In Bethlehem

 

Maria: Oh Josef, ich kann nicht mehr weiter. Es ist alles hier so voll. Menschen wohin man schaut und nirgends ein Platz für uns.

Josef: Da ist noch ein Gasthaus, da müssen sie uns helfen, sonst sind wir verloren. (Josef klopft im Gasthaus an)

 

Stammtischrunde:

Gast 1: Na, auch ein Nachfahre Davids.

Josef: Ja, woher wißt ihr das?

Gäste lachen, wirken leicht angetrunken

Gast 2: Hat viele Frauen gehabt und viele Kinder, der alte König David. Jeder, der was auf sich hält, gibt sich hier als Nachfahre Davids aus.

Gast 1: Aus der Wurzel Jesse ist manch merkwürdiges Ros entsprungen.

Josef: Meine Frau bekommt jeden Augenblick ein Kind, bitte helfen sie uns.

Gast 2: Ja, ja, jeden Augenblick; nichts zu essen, nichts zu beißen, kein Dach überm Kopf, aber jeden Augenblick ein Kind. Von der Sorte haben wir schon genug hier.

Gast 1: Wenigsten ziehn auch noch genug Reiche hierher. Bethlehem ist noch eine gute Adresse, weil die Mütter irgendwann mal gehört ha­ben, daß hier der Heiland geboren werden soll, der Christus, und natürlich soll ihr Kind der große König werden.

Gast 2 (zu Gast 1): Aber ich sags dir: Mein Josele, der bringst mal wirklich zu was.

 

Inzwischen sind einige Kinder erschienen

Kind 1:  (zu Maria) Bekommst du auch ein Christkind.

Kind 2: Das muß uns ganz viel schenken.

Kind 3: Ja, das Christkind kann nämlich alles.

Kind 4: Ich wünsch mir eine Puppe, die sprechen kann.

Kind 5: Und ich will ein Pferdchen.

Kind 6: Einen Kaufladen, will ich.

Wirtin: Schluß jetzt, ihr müßt in's Bett

Kinder (murrend): Oah.

Wirtin:(zu Maria und Josef) Nehmts ihnen nicht übel, sind halt Kinder und die da (deutet auf die Gäste), das sind auch bloß arme Teu­fel, denen ihre Welt verloren gegangen ist. Darüber sind sie bitter geworden.
Ach ihr tut mir leid. Aber wir haben wirklich keinen Platz mehr frei.

Maria: Bitte!

Wirtin: Höchsten, in dem verfallenen Stall dahinten. Aber da würd ich keine Stunde bleiben.

          Hat keine Tür mehr und kein Fenster, und außerdem hausen da Gespenster.

Maria und Josef gehen.

 

Maria: Schnell Josef, die Zeit ist gekommen

Josef: Dann bleibt nur der Stall.

           Maria und Josef gehen in den Stall, wo Maria ihr Kind bekommt,eventuell angedeutet durch das Anzünden einer Kerze

Sprecher: Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Liedvorschlag: EG 30, Es ist ein Ros entsprungen

Szene 5   Bei Bethlehem

Sprecher: Und es waren Hirten  in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

 

Hirte 1: Wie ist die Nacht so bitter kalt.

Hirte 2: Hört, die Wölfe heulen tief im Wald.

Hirte 3: Mir ist so angst, mir ist so bange.

Hirte 4: Auf bessere Zeiten wart' ich schon so lange.

Hirte 5: Wir sind die Letzten auf der Welt,
haben auch weder Gut noch Geld.
Unser Los kümmert keinen Kaiser und keinen Gott,
drum leiden wir die höchste Not.
Man sperrt uns ein, man jagt uns weg,
ein Hirte ist der letzte Dreck.

(Strahler halb an, leise Bläsermusik „Go tell it on the mountain“)

Hirte 1: Seht ihr die Schäfchen dort am Himmel?

Hirte 2: Was für ein himmlisches Getümmel.

Hirte 3: Die Schafe spielen ja Posaune.

Hirte 4: Ich glaub' du bist nicht ganz bei Laune,
es ist ein Gewitter, Donner, Blitz.

Hirte 5: Das ist doch wohl ein schlechter Witz
So laut, so hell, fast wie die Sonne
Das sind Engelscharen, welche Wonne.

Hirte 3: Wonne sagst Du? Mann, bist du ahnungslos.
Mir rutscht das Herz jetzt in die Hos'.
Hast du das denn nie vernommen:
Wenn die Engel von dem Himmel kommen,
dann ist es mit der Welt zu Ende.

Hirte 4: Ich lernte: Es ist Zeitenwende.

Hirte 5: Schlagen die uns jetzt alle tot,
kommt jetzt das große Strafgericht?

Engel : Fürchtet euch nicht!
Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird: denn euch ist heute der Heiland gebo­ren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

 

Engelschor: “ Ehre sei Gott in der Höhe...“, tanzende Engel oder beschwingte Musik

 

Hirte 1:Eben wird mir's warm ums Herz.

Hirte 2: Die Wölfe heulen nur zum Scherz.

Hirte 3: Und ich werd plötzlich froh und heiter.

Hirte 4: Mit einer neuen Zeit geht es jetzt weiter.

Hirte 5: Wir sind die ersten, die es hören.
Oh Männer laßt euch nicht verstören.
Kommt, laßt uns gehn!
kommt, laßt uns sehn!

Hirte 6 (verschmitz zum Publikum): Oh Mann, was war der Engel schön.

Szene 6    In Babylon

Balthasar (am Redenerpult, zum Publikum): Guten Abend, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich be­grüße sie hier im Hörsaal des Fachbereichs Astronomie der Universität Babylon.
Es freut mich, daß sie so zahlreich gekommen sind, um meinen Vortrag über die astrologische Interdepenz galaktischer Sternkonstel­lationen zu hören. Wegen der Schwierigkeit der Materie bitte ich Sie um Ruhe und Konzentration.
Eine kleine Anmerkung zu ihnen, verehrte Studentinnen (fixiert einzelne junge Mütter im Publikum): Lassen sie in Zukunft doch bitte ihre Kinder zu Hause. Die machen hier zuviel Lärm. Wir betreiben schließlich ernsthafte Forschung.

Kaspar (kommt angerannt): Herr Balthasar, Herr Balthasar, ein neuer Stern, ein neuer Stern, eine Supernova! Kommen sie schnell in die Sternwarte.

Balthasar (erschrocken): Meine Damen, meine Herren, ich muß sie jetzt verlassen,
neue Sterne tun sehr schnell verblassen.
Wo Licht scheint, ist bald wieder Nacht,

          und Unglück hat's meist nur gebracht.

(beide rennen in die Sternwarte, dort steht schon Melchior)

Melchior: Er steht im Sternbild der Plejaden.

Balthasar (blickt durch das Fernrohr): Er ist so fern, und doch so nah.

Kaspar: Bei Marduk, holt die Himmelslisten!

Melchior: Wenn wir nur mehr über die Plejaden wüßten.

Balthasar: Ich hab noch ein Buch mit den Göttern aller Völker, da hab ich neulich was gelesen.
Heilige Ischtar, was ist das bloß gewesen?

Kaspar (hat das Buch gefunden und liest darin): Hier ist's. Ein Gott der Juden, würd' ich meinen.

Melchior: Das macht die Sache leicht, die haben doch bloß einen.

Balthasar (liest inzwischen auch im Buch): Der größte König ist erschie­nen.

          Wir müssen gleich hin, ihm zu dienen.

          Nehmt Weihrauch, Myr­rhe, Gold mit auf die Reise

Kaspar: Und außerdem genügend Speise.

 

Sprecher: So zogen sie nach Jerusalem und fragten dort: Wo ist der neu­geborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Mor­genland und sind gekommen ihn anzubeten. Da rief der König Hero­des die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre und schickte sie nach Bethlehem.


Szene 7   An der Krippe

Wirt (sieht die Weisen kommen): Frau, mach schnell drei Betten frei. Da kommen Leute, die haben Geld. (zu den Weisen) Kommen sie nur herein, meine Herren. Hier hat schon König David übernachtet.

Melchior (zu Balthasar): König David, das war einer von den Großen.
Der hat die Länder hier erobert von Syrien bis nach Gosen.
Längst nicht so mächtig, wie wir Babylonier waren,
doch bildet man sich mächtig viel hier auf ihn ein.

Balthasar (zum Wirt): Wir suchen einen viel größeren König als es euer David war.

Wirt: Dann müßt ihr wohl nach Rom, zu Augustus dem Cäsar.

Gast 1: Da könnt ihr dem auch gleich mal sagen,

          er soll demnächst mal Steuern sparen.

           Ein Elend ist das, was der macht.

Gast 2 (zu Gast 1): Der baut Paläste, und die schwangere Frau heute, die mußte ihr Kind in der Hütte  gebären,
wo nicht nur Ochs' und Esel stehn.
Ich hab' da auch schon Ratten gesehn.

Kaspar: Wir sind sicher, er muß hier in Bethlehem geboren sein. Wir ha­ben seinen. Stern gesehen.

Gast 1: Den Stern, den sah ich über dieser Hütte.

          Doch glaubt mir's kei­ner.

          Die sagen bloß,
ich hätt‘ zuviel getrunken, Prost! (hebt dabei Flasche oder Becher)

Melchior: Laßt uns mal schauen, vielleicht ist doch was dran.

          (sie gehen weiter)

Balthasar: Da seht, der Stern ist tief herabgesunken,
und ich hab wirklich nichts getrunken.

          (sie gehen zum Stall)

Maria (sieht die Weisen kommen): Ach kommt nur herein ihr Herren,
ich weiß, ihr wollt das Kind verehren.
Gott ist heute zur Welt gekommen,
und wo er Wohnung hat genommen,
da wird die Hütte zum Palast
ein Strohsack ist königlicher Damast.
Arme, Reiche, Fromme, Heiden, Alte, Junge,
alle Menschen auf der Welt, schaut euch doch an,
was Gott an mir, an uns getan.

(Die Weisen gehen in den Stall, beten das Kind an und reichen den Hirten die Hände)

 

Josef: Die alte Welt ist jetzt zu Ende,
ja, jetzt ist wirklich Zeitenwende,
die Engel haben triumphiert,
ein guter Stern hat euch geführt,
und alle bringt euch Gott zusammen.
Mit Frieden wird die Welt regiert,
Hirten und Könige reichen sich über Kreuz die Hände.
Die Gespenster, hier in dem alten Haus,
die rissen vor dem Kinde aus.
Ochs und Esel sagen: Muh und i a,
und auch die Ratte war schon da,
hat zu dem Sohne gratuliert
und ist froh pfeifend wegspaziert.
Die Welt, die wird zum Himmelreich!

Kaspar: Doch fürchte ich, noch nicht sogleich.
Einen schlimmen Traum hab ich gehabt:
Herodes hat das Kind gejagt,
Ihr müßt fort, in fernes Land, ins Asyl,
doch im Asyl sind viel zu viel,
so höre ich die Leute sagen.
Das Kind wird spüren wie es ist,
wenn man auf dieser Welt ein Fremder ist.
Ihr Mädchen, wünscht euch nicht, daß ihr Maria seid,
wärt ihr's, ihr stürbet wohl vor Gram und Leid.

Melchior: Doch machten wir, drei königliche Weise,
gewiß nicht umsonst die lange Reise.
Wir ziehen nach Hause, voller Glück,
geschehen ist das erste Stück,
doch braucht die Botschaft Raum und Zeit,
ihr Menschen macht euer Herz bereit.
Das Christkind kommt mit Freud und Wonnen.
Sein Weg, der hat jetzt erst begonnen.




© Helmut G. Müller  

Die Rechte zur Aufführung des Stückes oder Verwendung von Teilen davon werden erworben  durch eine Rückmeldung mit Angabe des Spielortes. 
2 Kommentare


Lydia Scherrer
2014-10-23 19:35:27
Dieses krippenspiel ist gut verfasst;die Texte können gut verkleinert werden, für kleinere Kinder
info
2015-10-23 09:51:50
Das Krippenspiel wird am 13. Dezember aufgeführt in CH-4653 Obergösgen.
 
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